NOMINIERTE 2011
Donia Yahyaoui (* 05.05.1984, Gütersloh)
Vergangenheit - Jeder trägt sie mit sich
In dieser Bachelorarbeit soll eine Prêt-à-Porter Herrenkollektion mit experimentellem Ansatz entstehen. Inspiriert von Michael Jackson und seiner bewegenden Vergangenheit.
Marlin Reinsch (* 05.09.1983, Hannover)
SEELENLAND
Ich bin nicht Ich.
Ich bin jener,
der an meiner Seite geht,
ohne dass ich ihn erblicke.
Marnie Hoffmann (* 01.09.1986, Lehrte)
Die Summe aller Augenblicke
»…Doch sind wir alle die Summe sämtlicher Augenblicke unseres
Lebens - in ihnen liegt alles, was wir sind: dies können wir weder
vermeiden noch verbergen.…«
Thomas Wolfe
Alexandra Weber (* 02.03.1983, Waldkirch)
der kalte Herd
Eine Kollektion inspiriert von den Schwarzwälder Trachten.
Ein Thema, voll von romantischen Klischees und überholten Ansichten.
Diese Abschlussarbeit begibt sich in die Tiefen des Schwarzwalds, beschäftigt sich mit einer fast vergessenen Kultur und taucht ein, in ein Meer von Nostalgie und Paradoxie.
Constanze Döbber (* 04.03.1986, Osnabrück)
ERLEDIGT
…und so geht es weiter. Und so geht es weiter. Und so geht es weiter weiter weiter tick tack tick tack tick tack, und eines Tages dient die Zeit nicht mehr uns, wir dienen der Zeit, und wir sind kurzlebige Sklaven, Anbetern von Uhrzeigern, weil das System nicht funktioniert, wenn wir uns nicht genau an die Terminpläne halten.
Sina Laura Gerke (* 09.08.1985, Hannover)
"dedicated to E. Belcher Hyde"
Alte Stadtpläne und Karten aus Brooklyn/NY bilden die Grundlage meiner Bachelor-Arbeit. Diese haben einen besonderen ästhetischen Reiz. Betrachtet man sie neutral, erkennt man nicht mehr als eine grafische Anordnung von Flächen, Farben und Typografien, die Muster, Strukturen und Ordnungen ergeben…
Alexandra Kharitonchik (* 05.10.1979, Minsk)
ALL—gebrah
"Allgebrah. Alles was dem Menschlichen Auge sichtbar, oder unsichtbar ist: Kann mittels fein gebildetem Menschensinn, guhtem Willen, Fleiss und vorhandenem, geeigneten Matteriahl in Musik-Lieder-Text verwandelt werden und zwar vom kleinsten bis zum grössten Gegenstand oder, Nichtgegenstand." Adolf Wölfi Von Art Brut und dem künstlerischen Werk von Adolf Wölfli inspiriert entstand eine experimentelle Strickkollektion. Art Brut ist ein Sammelbegriff für autodidaktische Kunst von Laien, Kindern und Menschen mit geistiger Behinderung. Ein wesentlicher Teil der bekannten Art Brut-Werke stammt von den Künstlern, die an Schizophrenie erkrankt waren.
Elena Schirokov (* 06.12.1980, Ukraine, Bilgorod-Dnestrovskiy)
Farbstube
Beim Lesen des Kinderbuches "Pippi Langstrumpf" von Astrid Lindgren, kommen jedem positive Emotionen wie Freude, Spaß, Spiel, Abenteuer und unheimlich viel Liebe in den Sinn. Wie hat ein Erwachsener es geschafft die richtigen Worte zu finden, um ein Buch für Kinder zu schreiben, das nach vielen Jahren immer noch mit Begeisterung aufgenommen wird? Da die Kinderzeichnung eines der wichtigsten Kommunikationsmittel ist, habe ich bei einer Zeichen-Aktion im Kindergarten untersucht, welche Emotionen das Werk von Astrid Lindgren bei Kindern hervorruft. Infolge dieses Experimentes wurde der Schwerpunkt meiner Bachelorarbeit auf das Thema der kindlichen Wahrnehmung und zeichnerischen Entwicklungsstufen bei Kindern gesetzt. Grundfarben und geometrische Grundformen sind die wesentlichen Bestandteile dieser industriellen Kinderkollektion mit experimentellen Ansätzen, die in Kooperation mit der Marke Cecil zustande kam.
Marcella Sewella (* 05.02.1985, Burgwedel)
"Leiden wir an gutem Geschmack?"
"Born Originals, how comes it to pass that we die Copies?" Edward Young (1683-1765) Individualität und Konformität, in ihrer gegenseitigen Abhängigkeit, bilden womöglich die einzige Konstante in der Mode und die Grundlage dieser Arbeit. Ausgehend von den Themenschwerpunkten Körper, Kleidung und Medien habe ich versucht dieses paradoxe Spannungsfeld zu analysieren. Es thematisiert Konfektionen, Image und Ideale, diese prägen kollektive Individualitätsvorstellungen und definieren die Mode als Möglichkeit und Wunsch der visuellen Illusion sich selbst und seinem Umfeld gegenüber.- Die Illusion der Wirklichkeit. Ausgehend von dieser Schlussfolgerung ist die Damenkollektion inspiriert durch das Thema Optische Täuschung, mit dem Rückgriff auf Elemente des Trompe-l'œil. Dieser ermöglicht, wie auch die Mode, eine Verbindung von Realität und Illusion und die Verknüpfung von Innen und Außen.
Marthe Eigenbrodt (* 18.06.1982, Braunschweig)
- Kollektion 2.0 -
Inspiriert von technischen Netzwerken und der digitalen Welt befasst sich die Arbeit mit dem Internet, seinem Charakter und den Möglichkeiten, die es den Menschen bieten. Vernetzungen, Kabelstrukturen, Vielschichtigkeit, Überlagerung und Selbstgestaltung kommen zum Tragen. Raum und Zeit lösen sich auf und schaffen die Möglichkeit zur Erweiterung der Körpergrenzen. Es entsteht eine Multidimensionalität, die sich auch auf das Individuum auswirkt. Ein Wechsel zwischen Selbstdarstellung und Anonymität, Abgrenzung und Anlehnung - eine gesteigerte Form des Betrachtens und Betrachtet werden. Ausgehend von diesen Grundlagen entsteht eine DOB-Kollektion mit experimentellem Ansatz.
Natalia Politowa (* 21.4.1985, Schachtinsk)
Nastinka
"Heute vermischen sich die Grenzen mehr und mehr zwischen den beiden Geschlechtern, die Mode gibt keine verbindlichen Hinweise mehr..." Bratting Patricia, Femme Fashion Der Schatten sagt: Ein Mädchen nähert sich. Der Stoff schwingt mit und flüstert: Eine Dame! über dem Schlüsselbein wippt eine Fliege. Sie geniest den Augenblick - und schweigt. Denn wichtig ist nur, wie man sein will. Meine Kollektion ist ein Kaleidoskop. Damen und Herren präsentieren sich darin von einer guten Seite. Sie müssen sich aber neu arrangieren. Alter und Rang sollten nicht den Blick verstellen. Der Charakter einer freien Person soll unverfälscht getragen werden. In meiner Bachelor- Arbeit führe ich eine semantische und historische Untersuchung ausgewählter Stile der Mode durch, welche für mein spezifisches Thema "Rollenbilder" ausschlaggebend sind. Zum weiteren gehe ich speziell auf die Geschlechterrollen ein. Die daraus entstehenden Silhouetten und damit verbundenen Menschenbilder von Mann und Frau sind Ausschlag gebend. Beeinflusst von den jeweiligen Ikonen der Epochen – wie zum Beispiel Marlene Dietrich. Entstehen soll eine Damen-Kollektion mit einem experimentellen Ansatz, die das Sichtbar-Werden einer bestimmten Femminität und Freiheit durch Elemente der Mode erwirken sollen.
Simone Austen (* 22.09.1986, Hannover)
ZeroAchtFünfzehn
Was ist eigentlich Müll? Heißt "Müll" produzieren, etwas willkürlich aus der Hand zu geben und damit als wertlos zu deklarieren? Darf man das? Ist Müll wirklich einfach unbrauchbar und wächst und gedeiht auf Müllkippen oder besitzt er ungeahntes und ungenutztes Potential? Kann Abfall inspirieren? Ja! Kaum irgendwo entsteht so viel Abfall wie in der Textilindustrie: allein 15% Abfall an Stoffresten entstehen jedes Mal beim Zuschnitt eines gewöhnlichen Kleidungsstückes, dazu kommen in Deutschland jährlich Unmengen abgelegter Altkleider. Mein Ziel ist es, beide Arten von Abfällen zu eliminieren und auf Grundlage des Zero Waste- Modedesigns, ergänzt von Aspekten des Slow Fashion- Konzepts, ein Konzept für eine zeitgemäße Damen- und Herren-Kollektion zu entwickeln, die eine Alternative zur vorherrschenden Schnelllebigkeit des Modebusiness bietet. "New ways of cutting come to life through a mixture luck, risk and mistake. Being an amateur is always an advantage." Julian Roberts, Begründer des Subtraction Cut ZeroAchtFünfzehn ist visuell von Abfall- Fotografien inspiriert versucht mithilfe experimenteller Schnittkonstruktion und Schnittdesign, kreative und innovative Lösungen für Basis- Kleidungsstücke zu entwerfen, die Dank ihrer Slow Fashion- Komponenten sozial und ökologisch unbedenklich sind. So entsteht eine Formsprache, die Ästhetik und Ethik
Sina Hoppe (* 20.03.1980, Hildesheim)
"Wo ist zu Hause, Mama?"
"Well, a boy's best friend is his mother." ("Psycho", Alfred Hitchcock, 1960, Norman Bates zu Marion Crane) Die Auseinandersetzung mit dem klischeehaften Bild des Muttersöhnchens spielt in dieser Herrenkollektion die tragende Rolle. Die Infragestellung dieses Stereotyps kommt in einer streng anmutenden Umsetzung mit einem Hauch von Ironie zum Ausdruck, die die ambivalente Persönlichkeit von "Nesthockern" neu in Szene setzt.
Tina Strohbecke (* 05.01.1986, Gifhorn)
Schwebende Würstchen
Visuelle Wahrnehmungsstörungen insbesondere die gestörte Sichtweise, die beim Schielen entsteht, bilden die Grundlage für meine Bachelor-Arbeit. Die Fehlstellung der schielenden Augen und die sich kreuzenden Blicke kreieren eine eigenartige Seherfahrung und somit ein vollkommen anderes Abbild der Realität. Das schielende Auge legt etwas Neues frei, lässt neue Blickwinkel zu – eine neue Perspektive. Visuelle Eindrücke beeinflussen unsere Wahrnehmung. Das Sehen gestaltet unsere Wirklichkeit. Doppelbilder. Verzerrte Formen. Verschwommene Sicht. Knick in der Optik. Das ist der Seheindruck eines Schielenden. Die Welt mit anderen Augen zu sehen, das ist Ausgangspunkt meiner Abschlussarbeit. Hierbei werde ich auf die Fragestellung eingehen, inwiefern unser Seheindruck das Wahrgenommene beeinflusst und was geschieht, wenn das visuell Wahrgenommene gestört wird. Mein Ziel ist es, den Trägern und Betrachtern meiner Kollektion eine verzerrte "Kleidungsrealität" vor Augen zu führen und ihre Wahrnehmung zu schärfen. Sowohl theoretisch als auch formal, werden Konzeption, Inspiration und auch Umsetzung der Arbeit aus der Sehstörung "Schielen" heraus entstehen. Geschielte Schnittteile, Schielen als gestalterisches Mittel im Aufbau, Farb- und Druckbild dienen als methodischer Ansatz der Kollektion.
Vanessa Von Polheim (* 20.01.1988, Wuppertal)
Fluchtpunkt
» Beschäftige dich mit etwas, dass dich glücklich macht. « (O-Ton einer ehemaligen Absolventin) Glück? Was ist das genau? Kann ich das fassen? In Worten? In Bildern? Diese Fragen bildeten den Ausgangspunkt der Entwicklung einer experimentell anmutenden Damenkollektion. Auf der ständigen Suche nach jenen euphorischen Glücksmomenten, flüchten sich viele Menschen in rauschhafte Zustände, die sie in eine Welt fernab des Alltäglichen gelangen lassen. Beflügelt, unkontrollierbar, bewusstseinserweiternd, aber dennoch kurzweilig – quasi ernüchternd. Der verblassende Moment enthüllt die straffende Realität und die Anforderungen, die die Gesellschaft an jeden Einzelnen stellt. Wie wäre es aber, wenn sich unsere Kleidung anpassen könnte? Mode zwischen gesellschaftlicher Norm und dem Exzess als Pflichtverletzung. In diesem einen Moment – still und heimlich – gibt sie sich dem Ausbruch hin. Bietet Raum zum Entfalten. Lässt Fehler zu und verliert mit dem Träger die Kontrolle. Das Design ist der Träger und der Träger ist das Design.
Yiyang Wu (* 18.11.1985, China)
Erinnerung & Sehnsucht
Wir haben viele Dinge vermisst.Die Erinnerung an die Vergangenheit.Blumiges Leben,angeborener Mut,lächelnde Augen oder nur ein Kleidungsstück, dass Erinnerung an dich weckt.
Elena Menke (* 07.02.1979, Kokschetaw)
"Spiegelbild"
Der Ausgangspunkt in dessen Richtung sich diese Bachelorarbeit entwickelt, ist Kunst und Feminismus. Angetriebene Inspirationquellen sind die drei feministischne Künstlerinnen Francesca Woodman, Eva Hesse und Yoko Ono. Sensibilität, Verletzlichkeit, Manipulation, unteranderem Verformung, Rückzug, Schutz, Gegensätzlichkeit sowie Absurdität, sind die Stichpunkte, welchge die drei feministischen Künstlerinnen zu ihren Werken bewegt hatten. Francesca Woodman, Eva Hesse und Yoko Ono gehen unterschiedliche Richtungen, verfolgen aber das gleiche Ziel. Was die drei als Botschaft rüberbringen möchten, ist etwas fundamental Persönliches und Gesellschaftliches zugleich. Dies ist eine Art Feststellung darüber, was es bedeutet sich alleine zu fühlen. Jede spricht aus eigener Erfahrung, was meistens in der "inneren Welt" zu Ungleichgewicht geführt hat. Dieses "Sprechen" ist stumm, man kann es nur an ihren Arbeiten ablesen. Jede spricht in ihren Werken darüber, wie das weibliche Innere verletzlich sein kann, welche Bedeutung es mit sich bringt eine Frau zu sein. Daraus entwickelt sich eine Pret-a-Porter-Damenkollektion mit avantgardistischem Ansatz. Mit meiner Kollektion möchte ich den sensibelsten, feinfülhigen Gefühlen einer Frau zum Ausdruck bringen. Das, was die weibliche Seele im Innersten bei sich trägt, soll nach außen kommen und zu einem Kleidungsstück werden.
Irena Esau (* 07.04.1986, Lemgo)
Morgana morgens
«Auf diese Weise hebt sich das Traumgebilde gleichsam von dem Boden unseres Seelenlebens ab und schwebt im psychischen Raum wie eine Wolke am Himmel, die der neu belebte Atem rasch verweht.» Sigmund Freud, Die Traumdeutung, 1991 Der Zerfall der Träume nach dem Erwachen wird durch kaleidoskopisch anmutende Formen und Farben symbolisch zum Ausdruck gebracht. Es entsteht eine Damenkollektion, die den Traumzerfall durch digitale Prints und kaleidoskopische Schnittformen prozesshaft darstellt. Wie ein Kaleidoskop lässt der Traum andere Blickwinkel der Realität zu. Es entstehen neue Sichtweisen durch scheinbar zufällig entstandene Formen, die sich zu neuen Abbildern der Realität gruppieren. Fragmente der Traumerinnerung werden zu Bausteinen neuer Zusammensetzungen. Wenn wir erwachen, während wir träumen und träumen, während wir wach sind, dann ist der Traum nur ein Schatten unserer realen Erlebnisse oder ist die reale Welt nur ein Traum…?